Das kleine Einmaleins der Schadsoftware, vom Trojaner über Spyware bis hin zum bekannten Virus. Was du unbedingt wissen solltest

Das kleine Einmaleins der Schadsoftware, vom Trojaner über Spyware bis hin zum bekannten Virus. Was du unbedingt wissen solltest

Voranschreitet die Digitalisierung und somit auch das Ziel, schädliche Software auf einen Computer zu bekommen. Adware, Ransomware und Würmer, jedoch auch Rootkits, Viren und Trojaner können den eigenen PC schaden und nicht nur Zeit, sondern auch Geld kosten und viel Ärger einbringen. In unserem Ratgeber Artikel erfährst du, wie du die unterschiedlichen Schädlinge erkennen kannst und wie du deinen Computer und deine empfindlichen Daten am besten schützen kannst.

Für alle diese vorab genannten Schädlinge ist der Sammelbegriff "Malware" (lat. Malos= böse, schlecht). Diesen kleinen Programmen geht es aber im eigentlichen Sinne nicht darum, wirklich direkten Schaden anzurichten, sondern vielmehr können Kriminelle über diese geklauten Daten das Nutzerverhalten bzw. einzelne Personen und deren Verhalten am Computer ausspionieren. Wenn die Besitzer des Computers mit ihren Konten bzw. Kartendaten nicht vorsichtig genug waren, können die Betrüger im schlimmsten Fall mit diesen Daten Konten plündern. Wir möchten mit diesem Artikel unsere Leser dafür sensibilisieren, dass persönliche (Zugangs-) Daten, Passwörter und Kartennummern, wie auch PIN-Codes mit äußerster Vorsicht behandelt werden, um so den Zugriff vor Unbefugten zu vermeiden und Tür und Tor für Kriminelle verschlossen zu halten.

Welche Schädlinge dir im www am häufigsten begegnen können

Nachfolgend möchten wir dich hier, in alphabetischer Reihenfolge, über die am häufigsten kursierten Malware einen kleinen Überblick verschaffen und ebenso auch kurz erklären, was sich hinter den einzelnen Begriffen verbirgt.

Adware

Eine der gängigsten Methoden, um zusätzliche Software auf den Computer zu spielen, die nicht von dir selbst aufgespielt worden sind, nennt sich Adware (von “ad” wie engl. additional = zusätzlich). Häufig werden diese kleinen Zusatzprogramme bei der Installation anderer (wirklich von dir gewollte) Software auf den eigenen Computer installiert. Bei der Installation findet sich da oftmals ein bereits voreingestelltes Häkchen, welches viele Menschen übersehen und somit hast du nicht nur dein gewolltes Programm, welches du dir auf deinen Rechner installieren wolltest, aufgespielt, sondern auch ein weiteres Programm, das oftmals unerwünschte Toolbars öffnet und somit auch leider einige andere Funktionen "bietet". Adware ist im Grunde genommen eine Spionage-Software, welches beim Anzeigen vom Popup-Werbung beinhaltet, welches am jeweiligen PC das Nutzerverhalten aufzeichnet und schlussendlich somit bessere Werbung ausspielen kann, um schlussendlich mehr zu verkaufen.

Backdoor

Geläufig ist das Wort Backdoor aus dem Englischen, dies bedeutet dort so gut wie "Hintertür". In der Software des Herstellers stellt dieses eine absichtlich indizierte "Lücke“ gerne zitierte in der Software da. Doch wozu dient dies? Auf den Rechner des Users kann durch diese sogenannte Hintertür unbemerkt weitere Malware gelangen, doch oftmals wird diese Hintertür auch für das Aufspielen von Trojanern genutzt.

Bloatware

Mit dieser Software, der sogenannten Bloatware (von engl. to bloat = aufblähen/aufblasen), lässt sich eine viel umfangreichere Programmierung “aufblähen”. Schlussendlich wird dem User durch die Bloatware so etwas wie "seht her, was ich alles kann" aufgezeigt. Dieses bedeutet eigentlich, das vermutlich das Gerät so ziemlich alles kann, häufig aber nichts davon gescheit. Auf neuen Mobiltelefon findet sich oftmals Bloatware in Form von überschüssiger Software.

Dialer

Der Begriff „Dialer“ kommt aus der Internet - Steinzeit. Den Ursprung hatte dieser noch, als es Modems gab, sozusagen "in einem Land vor unserer Zeit". Eine ungewollte und auch unerwünschte Verbindung zum Internet wurde mit dem Dailer aufgebaut und somit für das DSL zusätzliche Kosten verursacht. Im Kontext der Voice over IP Telefonie oder grundsätzlich im Bereich der Mobiltelefonie findet man diese Malware eigentlich nur noch. Auf dem Smartphone können dann plötzlich Zusatzkosten auftreten, die dann über die Mobilfunkrechnung aufgeführt und bezahlt werden müssen.

Dropper

Eine Art "Trägerprogramm" für einen Virus ist der Dropper. Eigenständig kann ein Virus niemals funktionieren. Es gibt keinen Virus ohne einen Dropper (das Paket, indem der Virus verpackt ist und auf deinen Rechner gelangt).

Exploit

Lücken in der Sicherheit der Software oder auch eine Fehlfunktion ist der Exploit. Kriminelle verschaffen sich hier unerlaubten Zugriff auf deinen Rechner und können dies mit Hilfe des Exploits schaffen. Von einem sogenannten "Zero-Day-Exploit" spricht man, wenn es eine solche Lücke gibt und diese nicht gemeldet wurde bei der ersten Entdeckung. Für 0 Tage steht der Zero Day, denn am gleichen Tag hat sowohl Lücke, wie auch Erkennung dieser Lücke stattgefunden.

Hoax

Eine blödsinnige Handlungsaufforderung an den User des betreffenden Rechners bezeichnet Hoax. Dies können auch Forderungen sein, gewisse Dateien in den Papierkorb zu verschieben, teilweise sind es aber auch nur sogenannte “Enten”, die weitergeleitet werden sollen. Im Grunde ist ein Hoax für die Verbreitung von Unsinn verantwortlich und kann für so manchen Lacher im Internet sorgen.

Keylogger

So mancher IT-begeisterter Mensch kann mit einem Keylogger seinen Partner am eigenen PC überwachen und ausspionieren. Für die Aufzeichnung der getätigten Eingaben auf der Tastatur ist der Keylogger verantwortlich. Im ungünstigsten Fall kann dein Freund, wenn du heute in einer Mail schreiben würdest, "mein Freund ist blöd", dies lesen und, sollte er sich mit Keyloggern auskennen, die später nachverfolgen. Davon wird er mit Sicherheit nicht erfreut sein. In erster Linie werden Keylogger von Kriminellen genutzt, die Daten vom Online Banking abfangen wollen oder weitere empfindliche Daten sammeln wollen und diese dann für sich nutzen möchten. Zur Ermittlung werden auch von Geheimdiensten sogenannte Keylogger gerne verwendet, die überwachte Person an davon jedoch nichts.

Malware

Alle "schlechte und bedrohliche" Software wird unter dem Wort „Malware“ zusammengefasst. In diesem Zusammenhang sprechen wir von virtuellen Schädlingen.

Phising / Vishing

Kriminelle betreiben mit dieser Art von Malware gerne Datenklau. Dabei kann es sich um E-Mail-Adressen oder auch andere empfindliche Daten einer Person handeln. Die Täter finden meistens ihre Opfer durch medial nicht sehr informierte User, die aus den Phishing-Mails gutgläubig die Links anklicken. Im schlechtesten Fall werden dem Nutzer sogar seine Bankdaten und Pins ausspioniert, sodass schlussendlich dem Opfer leer geräumte Konto bleiben. Besonders oft im Bereich der Mails sind die Pishing Varianten vertreten, jedoch kommen diese auch beim Voice-over-IP vor.

Ransomware

Um einen sogenannten "Erpressungstrojaner" handelt es sich beim Ransomware. Dieser unliebsame Zeitgenosse verschlüsselt und sperrt deine Daten, wenn dieser einmal auf deinem Rechner installiert ist. Du kannst erst wieder auf diese zugreifen, wenn du das Lösegeld bereit bist zu zahlen. Der Lockscreen - Trojaner taucht im Zusammenhang mit der Ransomware auf, dieser stiehlt nicht nur Daten auf deinem PC, sondern er blockt den ganzen Rechner und lässt diesen "Spinnen"

Rootkit

Kennst du den Begriff "Starter-Kit"? Für den Start von etwas handelt es sich hierbei um eine kleine Ansammlung von Tools. Ähnlich verhält es sich beim Rootkit, der einzige Unterschied ist, dass auf deinem Rechner vom Autor der Schadsoftware eine kleine Ansammlung von lästiger Malware auf deinen Rechner schleust. Unser guter Freund, der Keylogger, ist ebenfalls oft enthalten.

Scareware/Rogueware

Dem User soll mithilfe der Scareware Angst gemacht werden und ihn dazu gebracht werden, dass er dies tut, was der Autor der Malware gerne von ihm haben möchte. Um den User auf eine bestimmte Webseite zu lenken, wird beispielsweise Angst erzeugt oder auch um ihn spezielle Links anklicken zu lassen. Der User soll in den meisten Fällen dazu gebracht werden, ein neues Antivirenprogramm downzuloaden, das jedoch erst vom Nutzer teuer bezahlt werden muss. Meistens macht er dies in seinem verängstigten Zustand auch.

Spyware

Der Ursprung dieses Wort stammt aus dem Englischen und bedeutet Spion. Somit ist auch ersichtlich, dass bei Spyware um eine Spionage Software handelt. Beispielsweise soll hiermit ein bestimmtes Nutzerverhalten ausgekundschaftet oder auch Daten geklaut werden. An den Autor der Software werden die abgefangen den Daten dann ermittelt.

Toolbar

Lädst du dir eine neue Software aus dem Internet herunter und übersieht dabei, beim Download bestimmte vorinstallierte Einstellungen abzustellen, fängst du dir oftmals eine Toolbar ein. Für den Browser ist dies eine kleine Ansammlung von Werkzeugen, die den Browser dann aufgrund der Buttons und Möglichkeiten optisch regelrecht platzen und explodieren lassen.

Trojaner

Für deinen Rechner ist ein Trojaner eine der übelsten Bedrohungen, denn dabei geht es tatsächlich darum, so viel Schaden wie möglich anzurichten. Ein Trojaner auf dem Rechner führt dazu, dass der gesamte PC, wie auch einzelne Daten gesperrt, gelöscht oder manipuliert werden. Für den Geschädigten User ist dies natürlich absolut ärgerlich.

Virus

Aus eigener Kraft erreicht ein Virus den PC niemals. Es braucht immer ein Träger Programm für einen Virus, in dem dieser versteckt und später entpackt wird. Durch verschiedene identifizierte Dateien kommen Viren im Umlauf und verbreiten sich im gesamten Netzwerk, auf Servern oder in Emails.

Wurm

Ist dein Netzwerk nicht richtig abgesichert oder hast du einen unentdeckten Programmierfehler? Garantiert bekommst du dann einen Wurm. Eine sehr unangenehme Form von Malware sind Würmer und diese sind in der Lage, anders als Viren, sich eigenständig zu verbreiten. Sie sind auf keinen Träger Programm angewiesen, sondern diese schlagen sofort und auf eigene Faust zu. Der Klassiker zur Weitergabe von Würmern sind USB-Sticks. Du solltest einen Stick von einem anderen niemals einfach nutzen, den du nicht kennst und ihm nicht 100% vertraust.

Was tun, wenn die Malware bereits auf deinem Rechner ist?

Zunächst erscheint die Seite unauffällig, da diese zur Berliner Sparkasse gehört und den User bittet, seine Bankdaten einzugeben, damit er sich ins Online-Banking einloggen kann. Aber Achtung: die Adresse im Browser solltest du dir einmal ganz genau ansehen, um festzustellen, dass die angegebene Adresse keineswegs vertrauenswürdig aussieht aufgrund der vielen Fehler in der Rechtschreibung.

Wie du dich für jede Gelegenheit schützen und der Malware keine Chance geben kannst

Du selbst bist das beste Antivirenprogramm, welches du bekommen kannst. Natürlich helfen Antivirenprogramme, jedoch ist ein bewusster und vorsichtiger Umgang im Internet und mit Links, die du anklickst, Dateianhänge, die du öffnest und Webseiten, die du besuchst, sind das Wichtigste. Es bieten sich viele Möglichkeiten im www, jedoch nicht nur für die "lieben" Menschen.

Mit deinen Daten solltest du sensibel und verantwortungsbewusst umgehen. Deine Zugangsdaten solltest du in keiner Form bekannt geben, auf starke Passwörter solltest du achten und niemals leichtgläubig mit den vielen "bösen" E-Mails umgehen, die jeden Tag durchs Netz gesendet werden. Medial unbedarfte Menschen werden leider immer wieder Opfer von online Betrügern.

Nachfolgend findest du ein paar gute, nicht zu voluminöse Programme, mit denen du dich und deinen Rechner vor unerwünschte Malware jeder Art gut schützen kannst. Die "halbe Miete" hast du somit schon sprichwörtlich "entsagt", wenn die genannten Ratschläge vorab zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit dem Internet führen.